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Wer auf einer Spanienreise Urlaub in Katalonien macht, der sollte sich den 23. April rot vormerken. An diesem Tag feiert ganz Katalonien den Dia di St. Jordi. In Barcelona finden sich dann an jeder Ecke Bücher- und Blumenstände. Die Blumen sind mit Bändern in den katalonischen Farben geschmückt, ebenso das katalonische Brot. Und an fast jedem Haus hängt die Bandera Catalana, die Nationalflagge Kataloniens.

Denn unter der Herrschaft von Francisco Franco waren alle katalonischen Bräuche, Sprache und Fahne strengstens verboten. Nur am 11. September, dem Nationalfeiertag Kataloniens, und an St. Jordi war es erlaubt, Farbe zu zeigen. Seitdem werden an St. Jordi überall die katalonischen Farben sichtbar. Doch nach dem eigentlichen Brauch schenken die Männer den Frauen eine Rose und die Frauen den Männern ein Buch. Dabei ist es egal, ob man verwandt, befreundet, verliebt oder sich völlig fremd ist. Das Schenken der Rose entstand durch die Legende St. Jordis. Der Heilige Georg ist unter anderem Kataloniens Schutzpatron. Er befreite ein Königreich von einem Drachen, welches dem Drachen per Los ein freiwilliges Opfer anbot. Dieses Los zog der König am 23. April und es traf seine Tochter. Doch bevor diese vom Drachen verschlungen wurde, erschien der Heilige Georg und tötete den Drachen. Aus dessen Blut wuchs eine rote Rose, die St. Jordi der Prinzessin schenkte. Seitdem schenken die katalanischen Männer ihren Frauen am 23. April eine Rose.

Nur, wie kam es zur Buchschenkung? Im Jahre 1923 hatte Vincet Claver Andres eine zündende Idee seine Bücher besser zu verkaufen. Er berief sich darauf, dass am Dia di St. Jordi im Jahre 1616 sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes gestorben waren. So wurde es mithilfe Shakespeares Mittsommernachtstraum und Cervantes Don Quijote Brauch, dass die Frauen den Männern am Georgstag ein Buch schenkten. Kein Wunder, dass seit 1995 der 23. April auch der Welttag des Buches ist.

Auch in Deutschland ist der Georgstag bekannt. Jedoch wird er nur vereinzelt gefeiert. Früher pflanzten die Bauern am Georgstag Kartoffeln, segneten die Pferde, gedachten dem Heiligen Georg. Verbreiteter waren der Georgiritt am 23. April, wobei man die Kirche mehrmals umritt, dann Gottesdienst gefeiert und die Pferde gesegnet wurden. Noch bekannter war die Freinacht des 23. Aprils. Die Dorfjugend durfte in dieser Nacht alles, was nicht niet- und nagelfest war, aus dem Nachbardorf klauen. Zwar gibt es in Deutschland diese Veranstaltungen nur in kleiner Zahl, doch nimmt ihre Beliebtheit immer weiter zu.

Bildquelle: Francesc_2000/ flickr.com

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