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Das römische Amphitheater in Tarragona ist eines der besterhaltensten Bauwerke des antiken Spanien. Tarragona, das in der Antike noch unter dem Namen Tarraco bekannt war, war seit 27 v. Chr., seit dem Jahr des Regierungsantritts des Augustus also, die Hauptstadt der Provinz Hispania Citerior, die selten auch als Hispania Tarraconensis bezeichnet wurde. Die Stadt war damit in der Kaiserzeit das politische Machtzentrum der iberischen Halbinsel, eine besondere Blüte erlebte sie unter anderem im 2. Jahrhundert n. Chr. Aufgrund all dieser Tatsachen verwundert es nicht, dass sie ein Amphitheater besaß.

Es wurde in ebenjenem 2. Jahrhundert n. Chr. zur Zeit des Kaisers Elagabal errichtet – die ovale Form war typisch für Gebäudetypen dieser Art – und diente als Austragungsort für munera (Gladiatorenkämpfe) und venationes (Tierhatzen), was der Grund dafür war, dass die Sitzreihen erst in 3,25 m Höhe begannen – zur Sicherheit der Zuschauer. Außerdem richtete man dort die zum Tode Verurteilten hin. Es befand sich an einem strategisch günstigen Ort, nämlich nahe der Stadt, zudem an der Via Augusta und nahe am Strand, an dem die für die venationes benötigten Tiere abgeladen wurden. 14 000 römische Bürger fanden darin Platz, es war damit vergleichsweise klein.

Im Jahre 259 wurden ein Bischof und seine zwei Diakone in diesem Amphitheater lebendig verbrannt, was dazu führte, dass man im 6. Jahrhundert eine Basilika im Zentrum desselben errichtete – für die Märtyrer. Über jener Basilika entstand schließlich im 12. Jahrhundert eine Kirche romanisch-gotischen Baustils, die Santa María del Miracle gewidmet war. Reste der Basilika und der Kirche sind noch erhalten, ebenso wie man am Rande der Stadt selbst noch Teile der Stadtmauer, die im 2. Punischen Krieg (218 – 201 v. Chr.) erbaut worden war, besichtigen kann.

Jene Stadtmauer hatte zur Zeit ihres Entstehens eine Länge von 3 500 m, erhalten sind davon 1 100 m, die heute die Altstadt umgeben. Von allen architektonischen Leistungen sind diese 1 100 m die ältesten erhaltenen Monumente der Antike außerhalb Italiens. Der Wachturm Minerva ist derjenige, an dem man noch römische Inschriften entdecken kann, die anderen beiden, der Cabiscol und der Torre de l’Arquebisbe, kamen erst im Mittelalter dazu.

Bildquelle: ramonbaile/ flickr.com

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